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  • Sabine Kernek

Die alten Ägypter verehrten die Katzengöttin Bastet. Sie züchteten in großer Zahl Katzen, von denen sie viele opferten, mumifizierten und in Bubastis, der heiligen Stadt der Gottheit, bestatteten. Schon vor über 3000 Jahren verewigten sie die beliebten Haustiere vielfach in Bildern und Skulpturen.

Deswegen hielten die Forscher bisher Ägypten für das Stammland der Hauskatze. Doch in Wahrheit geschah deren Domestikation Jahrtausende früher – und keineswegs am Nil. Um herauszufinden, wie die Hauskatze zu uns kam, haben Forscher 9.000 Jahre Katzen-Geschichte rekonstruiert. Dabei fanden sie heraus: Die Tiere kamen aus dem Osten, und zwar in zwei Phasen auf zwei verschiedenen Routen.

Die wilden Verwandten der Hauskatze gehören zur Spezies Felis silvestris. Diese ist in fünf Unterarten aufgeteilt. Nur eine davon, die Falbkatze (Felis silvestris lybica), hat der Mensch erfolgreich gezähmt. Sogar exotische Katzenrassen wie die Siamkatze oder die thailändische Korat hatten die gleichen nahöstlichen Vorfahren. Zwar leben auch in Afrika, in Europa, in Zentralasien Wildkatzen. Doch diese Populationen sind mit Hauskatzen nicht verwandt.

Die Forscher analysierten die Überreste von mehr als 200 Katzen aus den vergangenen 9.000 Jahren. Darunter waren Tiere aus steinzeitlichen Fundstätten, aber auch Mumien aus dem alten Ägypten und Überreste aus Wikingergräbern. Die Biologen und Archäologen extrahierten die DNA aus Knochen und Zähnen und verglichen die Proben dann mit dem Genmaterial heutiger Hauskatzen. Der älteste Nachweis eines Zusammenlebens von Katze und Mensch ist 9.500 Jahre alt und stammt aus Zypern. Aus den Ergebnissen schlossen die Forscher, dass die Katzen in zwei Wellen gezähmt wurden. Das hat auch Einfluss auf die heutigen Hauskatzen.

Das Fangen von Mäusen zum Schutz der Getreidevorräte war jahrtausendelang die Bestimmung von Katzen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Menschen bereits vor mehr als 9.000 Jahren Katzen hielten, unter anderem auf Zypern, wo es ein Katzengrab zusammen mit einer Menschenbestattung gibt. Da auf der Insel sonst keine Wildkatzen lebten, müssen Menschen das Tier im Boot von der nahen Festlandküste im Osten mitgebracht haben. Wahrscheinlich begann die Geschichte der Hauskatze, als Menschen in jener Zeit zu Bauern wurden: als sie in Gebieten wie Palästina – in der Region des so genannten "fruchtbaren Halbmonds" – Landwirtschaft betrieben und sesshaft wurden.

Sie bauten nun Getreide an, legten sich Vorratsspeicher zu und sorgten im Umfeld ihrer festen Siedlungen auch für ergiebige Abfälle. Dass sich Mäuse über die Kornlager hermachten, dafür gibt es genügend Indizien. Die Katzen sollten die Nagetiere fressen, die sonst das gelagerte Getreide vernichtet hätten. Manche Wildkatzen, die diesen großen Mäusebeständen auflauerten, scheinen sich bald an die Menschennähe gewöhnt zu haben. Solche Katzen aus dem Gebiet der heutigen Türkei gelangten der neuen Untersuchung zufolge bereits 4.400 vor Christus nach Südosteuropa.


Im ersten Jahrtausend vor Christus kam dann eine weitere genetische Linie hinzu. So breiteten sich während des Römischen Reichs domestizierte Katzen aus dem Alten Ägypten aus. Sie erreichten Nordeuropa entlang der Handelsrouten im Mittelmeerraum. Damals bedrohten Nager nicht nur die Lager von Bauern, sondern auch die Vorräte auf Schiffen. Für Hunderte Jahre waren die Nachfahren jener ägyptischen Katzen weiter verbreitet, als die der Farmkatzen aus den östlichen Gebieten.

Heute findet sich das Genmaterial beider Linien in unseren Hauskatzen. Sowohl die Verbreitung der Farmkatzen als auch der Schiffskatzen aus dem Alten Ägypten ist vermutlich der Tatsache zu verdanken, dass die Samtpfoten Nager in Schach hielten. Erst viel später wurde auch das Aussehen der Katzen für den Menschen wichtig. Die Forscher untersuchten die DNA-Proben nach Anzeichen für ein bestimmtes Fellmuster, das bei Wildkatzen nicht vorkommt. Diese Fellzeichnung tauchte demnach relativ spät in der westlichen Türkei auf und war erst im 18. Jahrhundert einigermaßen verbreitet.


Für die Wissenschaftler ist das ein Indiz dafür, dass die Züchtung von Katzen nach ästhetischen Gesichtspunkten vergleichsweise spät begann. Ihre Wildheit und ihr unabhängiges Wesen hat die Hauskatze bis heute nicht völlig verloren. Katzen wurden nie Arbeitstiere, und sie lassen sich nicht für bestimmte Leistungen abrichten. Auch sonst bringen sie dem Menschen keinen besonderen materiellen Nutzen wie andere Haustiere, die Nahrung oder Kleidung liefern. Dennoch – Katzen sind neben Hunde mit Abstand die beliebtesten Haustiere.

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  • Sabine Kernek

Verhaltensänderungen sind als Hinweise auf belastende Situationen zu interpretieren, wobei individuelle Unterschiede unter Hunden groß sind. So reagieren bestimmte Hunde relativ schnell mit auffallender Ruhelosigkeit, während andere mehr zur Passivität neigen. In beiden Fällen ist ein Spannungsabbau über Sozialspiele oder entspannte Kontakte ratsam. Weitere mögliche Indikatoren einer Überforderung des Hundes sind Änderungen im Aktivitätsrhythmus wie z.B. kurze, immer unterbrochene Ruhepausen, nicht-Ansprechbarkeit, Apathie. Stress kann zudem zu veränderten Fressverhalten von völliger Appetitlosigkeit bis zur Fresssucht führen. Die Unfähigkeit von Haustieren, sich über Reizwahrnehmung und Verhalten mit ihrer Lebenssituation auseinandersetzen zu können, führt zu chronischem Stress und zu Verhaltensveränderungen.

Die Tiere sind unruhig und haben Angst und oft durch defensive Ausdrucksweisen gekennzeichnet. Eine große Fluchttendenz oder plötzliches Angriffsverhalten bei Unterschreitung der kritischen Distanz sind dann oft keine Seltenheit. Die ständige Unangepasstheit an ihre Lebensumstände und die anhaltende Angst, ist ein Zustand der ein erhebliches Leid verursacht. Verhaltensstörungen entwickeln sich aus der Unmöglichkeit heraus, hohe Motivationen über die Auseinandersetzung mit adäquaten Reizen aus der belebten Umwelt abzubauen. Es resultieren „erlernte Hilflosigkeit“, da keine Auswege und keine Strategien gefunden werden, um aus dem Dilemma heraus zu kommen. Da Motivation und Endhandlung nicht zusammentreffen, befindet sich das Tier in einem Zustand ständiger Unruhe.


Thema demnächst: "Akuter und chronischer Stress"

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  • Sabine Kernek

Die Stresshormone werden in Sekundenschnelle ausgeschüttet, erreichen ihren Höhepunkt nach 10 – 15 Minuten und brauchen 0,5 – 6 Tage, ehe der Körper sie wieder abgebaut hat. Tägliche Stressmomente führen zu einer permanenten Ausschüttung dieser Stresshormone. Viele Hund leben unter Haltungsbedingungen, die einen Abbau kaum noch möglich machen. Mit der Stressreaktion wird häufig das Angstgefühl assoziiert. Die Stressreaktion ist aber auch mit anderen Emotionen gekoppelt. Die Stresshormone werden auch bei Wut, Jagd, Trauer oder großer Freude ausgeschüttet. Stress kann deshalb nicht gleichgesetzt werden mit Angst. Eher gilt, das Angst eine Hauptemotion von Stress ist.


Ob ein Hund eine Situation oder ein Ereignis als Stressor empfindet, hängt von vielen Faktoren ab. Neben der Wahrnehmung und Verarbeitung von äußeren Faktoren, sind interne Faktoren entscheidend wichtig für die subjektive Empfindung von Stress.

Jede Stressreaktion stellt zunächst eine Antwort des Organismus auf eine mögliche Herausforderung dar. Diese kann in einer sozialen Kommunikation wie z.B. bei einem Rangordnungskonflikt liegen, oder Folge intensiver Konzentration und Arbeit, wie z.B. bei Suchhunden. Auch Ängste können Stressreaktionen auslösen.

Der aktive Versuch, mit einer bedrohlichen Situation fertig zu werden, führt zu einer Aktivierung der Nebennierenmarkzellen, wodurch Adrenalin und Noradrenalin in die Blutbahn abgegeben wird.


Die wesentlichen Körperreaktionen in einer Stresssituation sind:


*Erhöhung des Herzschlages und der Herzschlagkraft * Blutdruckanstieg

* Verstärkung der Durchblutung von Skelettmuskulatur und des Herzmuskels durch Gefäßerweiterung * Verminderung der peripheren Durchblutung durch Verengung der Hautkapillaren * Verschlechterung der Blutversorgung des Magen-Darm-Traktes und der Nieren durch Verengung entsprechender Kapillaren * Erweiterung der Bronchien und Verbesserung der Sauerstoffaufnahme * Abbau von Glykogen in der Leber, wodurch körpereigene energiereiche Verbindungen hergestellt werden * Zunahme der Gerinnungsfähigkeit des Blutes * Anstieg der Anspannung der Skelettmuskulatur

Der Körper ist nun vorbereitet, sofort auf eine Belastung zu reagieren, und wird auf eine schnelle aktive energieverbrauchende Antwort wie Flucht oder Kampf reagieren. Durch die Aktivierung der Gerinnungsfähigkeit des Blutes und des Immunsystems schützt sich der Körper bei Auftreten von Verletzungen sowie gegen eindringende Keime. Diese Reaktion wird als akuter und aktiver Stress bezeichnet und geht mit Erregung, sowie dem ständigen Bemühen, die Umwelt zu kontrollieren, einher.


Ein Kontrollieren der gefährdenden Umwelt, eine aktive Auseinandersetzung mit ihr, und ein Beenden der Belastung, sind genau die Funktionen von akutem Stress. Was für ein Individuum nun durchaus positiv sein kann, wird von einem anderen als Belastung und vielleicht sogar als Bedrohung bewertet. Die Bewertungen variieren somit bei Hunden genauso wie bei Menschen. Hunde können uns nichts über ihre subjektiven Empfindungen sagen, aber sehr wohl ihr individuell unterschiedliches Verhalten, die ihre Vorlieben wie Abneigungen verdeutlichen.


Thema demnächst: "Alarmbereitschaft - Stress & Hormone Teil 3 "


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